Gründung der Pfadfinderbewegung

Baden-Powell, Begründer der Pfadfinderbewegung

Robert Stephenson Smyth Baden-Powell (später: Lord of Gilwell) wird am 22.02.1857 geboren. Während des Burenkrieges (1899 - 1902) befehligt er die britische Garnison der belagerten Stadt Mafeking (heute Südafrika). Jungen werden dort als Kundschafter, Boten und Helfer eingesetzt. Baden-Powell fasst den Plan, seine Erkenntnisse im Zusammenleben mit diesen Jungen auch in Friedenszeiten nutzbringend anzuwenden.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schreibt er einige Bücher über seine Erlebnisse und Erziehungsgedanken, die in England großen Anklang finden. Ende Juli 1907 führt er mit 26 Jungen das erste Lager auf Brownsea Island (GB) durch.

1908 wird die Zentrale der Boy Scouts (Pfadfinder) eröffnet und Ende des gleichen Jahres haben sich in Großbritannien 60.000 Pfadfinder als Mitglieder eingeschrieben. 1909 findet im Kristallpalast in London ein Treffen statt, an dem auch einige Mädchengruppen teilnehmen.

1910 kommt es zur Bildung der ersten Pfadfinderinnenorganisation. Die internationale Pfadfinderbewegung breitet sich fortan, trotz Behinderung durch den Zweiten Weltkrieg, immer weiter aus.

Baden-Powells Abschiedsnachricht

Baden-Powell hat diesen Brief für seine Pfadfinder hinterlassen, damit er nach seinem Tod veröffentlicht wird.

Liebe Pfadfinder,

wenn Ihr jemals eine Aufführung von "Peter Pan" gesehen habt, dann erinnert ihr euch sicherlich daran, wie der Piratenchef jedes Mal seinen Abschiedsbrief geschrieben hat, aus Angst davor er könnte sich seine Probleme nicht mehr von der Seele reden, wenn seine Zeit gekommen ist. Mir geht es ähnlich und deshalb mache ich es genauso, obwohl ich in diesem Augenblick nicht im Sterben liege. Ich nutze diese Tage, weil ich euch einen Abschiedsgruß hinterlassen möchte.

Denkt daran, dass es das Letzte Mal ist, das ihr von mir hört, also denkt gut über das nach was ich schreibe.

Ich hatte ein sehr glückliches Leben und ich wünsche jedem von euch, dass sein Leben genauso glücklich verläuft wie meines.

Ich glaube, dass Gott uns in diese fröhliche Welt gesetzt hat, damit wir glücklich sind und unser Leben genießen. Aber Glück kommt weder durch Reichtum, noch durch Erfolg im Beruf, geschweige denn durch Unnachgiebigkeit.

Ein erster Schritt zum Glück ist jedoch in jungen Jahren gesund und kräftig zu werden, damit ihr als Erwachsener euer Leben nutzen und genießen könnt.

Wenn ihr die Natur erkundet werdet ihr auf viele schöne und wundervolle Dinge stoßen die Gott auf dieser Welt geschaffen hat, damit ihr sie genießen könnt. Seit zufrieden mit dem, was ihr habt und macht das Beste daraus. Ihr solltet das Leben immer von seiner heiteren Seite betrachten und nicht von der Düsteren.

Aber die einzige Möglichkeit selbst wirklich glücklich zu werden besteht darin, anderen Menschen Freude zu bereiten. Versucht es und verlasst die Welt etwas besser als ihr sie vorgefunden habt und wenn eure Zeit gekommen ist, dann könnt Ihr glücklich sterben, mit dem guten Gefühl unter keinen Umständen Zeit verschwendet zu haben, sondern immer euer Bestes gegeben zu haben.

Seid "Allzeit bereit" glücklich zu leben und zu sterben – Haltet euch unaufhörlich an euer Pfadfinderversprechen, auch wenn ihr älter werdet – und Gott wird euch dabei helfen.

Euer Freund Robert Baden-Powell

 

Diese Nachricht war undatiert, wurde aber mit großer Wahrscheinlichkeit vor 1929 geschrieben, da sie mit "Robert Baden-Powell" und nicht mit "Baden-Powell of Gilwell" unterschrieben ist. Lady Baden-Powell sagte, dass sie diesen Brief in einem Umschlag, adressiert an "Für die Pfadfinder", zusammen mit anderen Papieren in einem Umschlag mit der Aufschrift "Für den Fall meines Todes" auf allen ihren Reisen dabei hatten.